Triel (Burhinus oedicnemus)
Triel (Burhinus oedicnemus)

Steckbrief

Größe: 40–44 cm;

Spannweite: 77–85 cm

Gewicht: 290–535 g

Verbreitung: Südliches Großbritannien und Iberien bis nördlicher Balkan, Ukraine und Kaukasus; Nordafrika, Mittelmeerinseln, Griechenland und Türkei bis Naher Osten, Irak und Südiran; Wolgadelta bis Transkaspien, Turkestan, Ostkasachstan, Zentraliran und Pakistan; Kanarische Inseln

 

 

Nahrung: vor allem terrestrische Wirbellose und kleine Wirbeltiere; Insekten und Larven, besonders Käfer, Heuschrecken, Grillen, Ameisen, Ohrwürmer, Raupen und Fliegen; auch Regenwürmer, Schnecken, kleine Nagetiere, Reptilien; gelegentlich Samen

Lebensraum: halbtrockenes, trockenes und steppenartiges Grasland; Heide, Ackerflächen mit offenen steinigen Stellen, Küstendünen, Schotterflächen, Kurzgrasflächen, steinige Plateaus, Halbwüste; offenes, ebenes Gelände mit lückiger Vegetation

Zugverhalten: nordeuropäische und zentralasiatische Populationen Zugvögel; Herbstzug Ende August bis Anfang Oktober, ausnahmsweise bis November; Frühjahrszug ab März; iberische und nordafrikanische Populationen resident; Kanarische Inseln Standvögel mit Bewegungen zwischen Inseln 

Brutzeit: meist Frühjahr; Nordafrika März–Juni; Palästina April–Juni; Kanarische Inseln Januar–Juni; Großbritannien ab April; Sibirien ab Ende Mai; Teile Europas bis Anfang Juli; 

Nest: Bodenmulde, 16–22 cm breit und 5–7 cm tief; mit wenig Gras ausgelegt oder ohne Auskleidung; oft mit Ring aus Steinen, Muscheln oder Pflanzenteilen am Rand; häufig bei gefallenem Ast oder kleinem Busch

Fortpflanzung: monogam; 2 Eier (1–3); 1 (2) Bruten; Brutdauer 24–27 Tage; beide Geschlechter brüten; flügge nach 36–42 Tagen

Höchstalter: 17 Jahre und 10 Monate

Bestand:  53,4-88,2 Tausend in Europa, 360-590 Tausend Vögel weltweit 


Verbreitung in Deutschland

Der Triel war im 19. Jahrhundert vor allem in der Norddeutschen Tiefebene und im Alpenvorland verbreitet, blieb jedoch überall ein seltener Brutvogel.

Die Brutgebiete umfassten vor allem Heide- und Dünenlandschaften, sandige Ackerflächen sowie natürliche Flusslandschaften.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verschwand die Art als Brutvogel aus Deutschland.

Seit 2011 brütet der Triel wieder mit wenigen Paaren in der badischen Oberrheinebene.

Lebensraum

Der Triel besiedelt offene, trockene und vegetationsarme Landschaften mit sandigen, kiesigen oder steinigen Böden.

Bevorzugt werden Heiden, Dünen, Kies- und Schotterflächen sowie trockene Flussufer mit lückiger Vegetation.

Daneben nutzt die Art Ackerflächen mit offenen Bodenstellen, insbesondere Sommergetreide-, Mais- und Hackfruchtfelder.

Dichte Vegetation und regelmäßig gestörte Bereiche werden gemieden; Brutplätze liegen auf trockenen, übersichtlichen Standorten.

Bestandsentwicklung

Durch die Umwandlung von Heiden und Trockenrasen, die Intensivierung der Landwirtschaft und Flussbegradigungen gingen die Lebensräume des Triels im 20. Jahrhundert weitgehend verloren. Die letzten Brutvorkommen verschwanden in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Seit 2011 besteht im Markgräflerland wieder ein kleines Brutvorkommen, das auf Zuwanderungen aus dem Elsass zurückgeht. Bis 2022 gelangen wiederholt erfolgreiche Bruten, darunter zwei erfolgreiche Bruten im Jahr 2022. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt das einzige deutsche Brutvorkommen aufgrund seiner geringen Größe stark gefährdet.

Stimme

Der Triel ist hauptsächlich in der Dämmerung und nachts sehr ruffreudig, wobei seine lautstarken Chöre bis zu 30 Minuten andauern und über große Distanzen hörbar sind. Sein häufigster Ruf ist ein durchdringendes, flötendes „kurrr-leee“, das an den Ruf des Großen Brachvogels erinnert, während in Erregung schnelle, wiederholte Pfeiftöne oder raue, kehlige Laute erklingen. Jungvögel haben eigene Rufe, die sich bereits vor dem Schlüpfen entwickeln und bis zu 70 Tage beibehalten werden, darunter sanfte Kontaktlaute und schrille Warnrufe in Bedrohungssituationen.

Gesang

Rufe


Merkmale

Etwa ringeltaubengroßer, sandbrauner Vogel mit auffällig gelben Augen, einer schwarz gestreiften Brust und langen, kräftigen gelblichen Beinen. Sein flache wirkender Kopf zeigt helle Wangen, Stirn und Kehle, die von einem dunklen Bart- und Unteraugenstreif kontrastreich abgesetzt sind, während der kräftige, gelbe Schnabel eine schwarze Spitze trägt. Im Flug sind ein kleiner weißer Fleck hinter dem Flügelbug sowie zwei weiße Längsbinden auf den Armflügeln sichtbar, wobei die dunkle vordere Binde auch im Stand ein markantes Erkennungsmerkmal ist.

Jungvögel ähneln den adulten Vögeln, sind jedoch an den hellrotbraunen Spitzen an Schulterfedern und Flügelinnenseiten zu erkennen. 

Quellen und Links

Zitiervorschlag:

Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]

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