Graubruststrandläufer

Calidris melanotos

Graubruststrandläufer (Calidris melanotos)
Graubruststrandläufer (Calidris melanotos)
Karte zur Verbreitung des Graubruststrandläufers (Calidris melanotos).
Verbreitung

Lebensraum

Das Brutgebiet erstreckt sich über den gesamten arktischen Teil Sibiriens und Nordamerikas. Die Vögel bevorzugen vegetationsreiche, feuchte Lebensräume. Graubruststrandläufer sind Langstreckenzieher. Sowohl die asiatische Population als auch die nordamerikanische überwintert in Südamerika. Nur ein kleiner Teil überwintert in Australien und Neuseeland. Im Winterquartier bevorzugen die Vögel Süß- und Brackwassergebiete in Küstennähe oder auch im Binnenland, einschließlich der Hochplateaus der Puna Zone bis in 4500 m Höhe. Sie sind dort oft mit Amerikanischen Goldregenpfeifern und Grasläufern vergesellschaftet.

Vogelstimmen

Das Stimmenrepertoire des Graubruststrandläufers ist sehr variantenreich. Es werden vier verschiedene Balz- und Warnrufe unterschieden.

Balzruf des Männchens im Balzflug
Balzruf des Männchens am Boden

Alarmruf
Flugruf

Nahrung

Graubruststrandläufer ernähren sich in den Brutgebieten vor allem von Schnaken und deren Larven. Während der Zugzeit oft von Grashüpfern und Grillen, aber auch andere Insekten und Weichtiere werden verzehrt. Pflanzliche Kost wird nur gelegentlich aufgenommen. Die Vögel gehen oft in kleinen Gruppen auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Eiablage erfolgt in den Brutgebieten im Juni und Juli. Vier Eier werden in einer in der Vegetation verstecken Mulde abgelegt. Die Brutzeit beträgt drei Wochen, die Jungvögel sind nach 30 Tagen flügge. Älteste bekannte Vögel sind nur 4-5 Jahre alt geworden. Die Vögel führen in der Regel eine monogame Saisonehe, sind aber gelegentlich auch polygam. Die Männchen zeigen in der Brutzeit ein territoriales Verhalten. Ihre Brutstättentreue ist aber nicht besonders stark ausgeprägt. Neue satellitentelemetrische Untersuchungen habe gezeigt, dass Männchen auf dem Heimzug kein eindeutiges Ziel haben und zum Teil das gesamte Brutareal der Art nach einem geeigneten Brutplatz durchsuchen. Einzelne Vögel habe dabei mehr als 13.000 km innerhalb von vier Wochen zurückgelegt.

Die hohe Mobilität der Männchen während der Paarungszeit hat eine geringe genetische Variation innerhalb der Art zu folge. Es gibt deshalb auch keine Unterarten beim Graubruststrandläufer. 

Bestand

Graubruststrandläufer sind in ihrem Bestand nicht gefährdet. Die Art scheint sich nach Westen auszubreiten. Eine kleine Population brütet in Schottland, Brutzeitbeobachtungen gibt es auch aus Norwegen.

Quelle und Links

  • Eintrag zum Graubruststrandläufer in der Wikipedia.
  • Artikel über den Graubruststrandläufer im Handbook Birds of the World.
  • Vogelstimmen und Rufe des Graubruststrandläufer in der Datenbank von xeno-canto.
  • Datenblatt zum Graubruststrandläufer bei BirdLife International.
  • Aktuelle Beobachtungen zum Graubruststrandläufer in der Datenbank von naturgucker.de
  • Van Gils, J., Wiersma, P., Christie, D.A. & Kirwan, G.M. (2019). Pectoral Sandpiper (Calidris melanotos). In: del Hoyo, J., Elliott, A., Sargatal, J., Christie, D.A. & de Juana, E. (eds.). Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona. (retrieved from https://www.hbw.com/node/53933 on 14 July 2019).
  • Karte: San Jose, 1 April 2007, adapted by Chumwa, 6 May 2008 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons