Der Abdimstorch (Ciconia abdimii) spielt in der afrikanischen Sahelzone eine wichtige Rolle als natürlicher Räuber großer Heuschreckenschwärme. In Jahren mit Massenvermehrungen sammelt er sich oft in großen Trupps von mehreren Tausend Vögeln an Rast- und Nahrungsplätzen, wo er vorwiegend Wanderheuschrecken und andere große Insekten frisst. Eine Studie aus dem Niger beschreibt, wie Abdimstörche zusammen mit anderen Greif- und Watvögeln große Mengen der Senegalheuschrecke (Oedaleus senegalensis) aufnehmen und so zur natürlichen Begrenzung beitragen. Weil sie den Regen und damit das Aufkommen von Insekten „verfolgen“, werden sie auch als Regenstorch bezeichnet. Die Veränderung in der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Lebensräumen machen der Art zu schaffen.
Der Weißstorch, der als Wintergast nach Afrika zieht, hat ein ähnliches Nahrungsspektrum. Im Unterschied zum Abdimstorch nutzt er aber stärker menschlich geprägte Lebensräume.
Größe: 75–81 cm
Gewicht: 1160–1570 g
Verbreitung: Afrika südlich der Sahara; SW-Arabien; Brut nördlich des Äquators; Überwinterung Ost- und Südafrika
Nahrung: überwiegend große Insekten (Heuschrecken, Wanderheuschrecken, Raupen); auch Grillen, selten Mäuse, kleine Wasserorganismen, Amphibien
Lebensraum: offene Grasländer; Kulturland; sehr trockene Gebiete (Halbwüste); auch Feuchtgebiete, Gewässernähe; Brut auch in Dörfern
Zugverhalten: transäquatorialer Langstreckenzieher; Ankunft Brutgebiete ab März; Abzug Okt–Nov; große Schwärme bis 10.000 Individuen; Teilpopulationen Standvögel
Brutzeit: meist Apr–Jun; regional ab März oder Okt–März
Nest: Kolonien bis ca. 20 Nester; Bäume, Felsen, Gebäude (Dächer)
Fortpflanzung: Gelegegröße 1–4 Eier; meist 1 Jahresbrut; Brutdauer 28–29 Tage; Nestlingsunbekannt; flügge nach ca. 50–60 Tagen;
Höchstalter: > 21 Jahre
Bestand: ca. 200.000–400.000 Individuen; lokal häufig
Status: Least Concern (nicht gefährdet); Trend abnehmend;
Wie der Weißstorch zeigt der Abdimstorch am Horst das typische Schnabelgeklappern. Dabei wir auch der Kopf und Schnabel nach oben gestreckt. Sonst sind die Vögel meist stumm.
Das Gefieder ist oberseits dunkel mit purpur- und grünlichem Glanz, während die Unterseite weiß erscheint; das Gesicht zeigt unbefiederte, farbige Hautpartien. Das ♂ ist etwas größer. Im Brutkleid wirken die nackten Hautpartien leuchtender. Jungvögel sind insgesamt bräunlicher und weniger kontrastreich gefärbt.
Zitiervorschlag:
Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]
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