Der Sanderling (Calidris alba) ist ein kleiner Vertreter der Schnepfenvögel. Man findet die auffällig weißen Vögel mit den grau-schwarzen Gefiederelementen während der Zugzeit im Spülsaum an fast allen Stränden der Welt. Dort suchen die Vögel in kleinem Verband mit Artgenossen sehr agil nach Nahrung.
Die Bezeichnung Sanderling hat ihren Ursprung vermutlich in dem Verhalten der Vögel während der Zugzeit, an sandigen Stränden nach Nahrung zu suchen. Im Englischen wird derselbe Name verwendet.
Größe: 20–22 cm
Gewicht: 40–100 g
Verbreitung: Zirkumpolar in der Hocharktis von Kanada, Grönland bis Sibirien; Überwinterung an nahezu allen Küsten weltweit bis Südamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland
Nahrung: Wirbellose (Insekten, Larven, Spinnen, Krebse), Samen, Algen, gelegentlich kleine Fische und Mollusken
Lebensraum: Brut in arktischer Tundra; im Winter Küsten, Strände, Wattgebiete, Spülsaum
Brutzeit: Juni–August in der Hocharktis
Nest: Bodenmulde, spärlich mit Pflanzenmaterial ausgelegt
Fortpflanzung: überwiegend monogam; 3–4 Eier; Brutdauer 24–27 Tage; Nestlingszeit keine – Küken Nestflüchter; flügge nach 17 Tagen; selbstständig nach ca. 21 Tagen
Zugverhalten: Langstreckenzieher, zieht über die ostatlantische Route nach Afrika, Südasien und Australien
Höchstalter: 18 Jahre (Ringfunde)
Bestand: Weltbestand ca. 3,6–4,5 Mio. Individuen; in Europa mehrere 100.000 Überwinterer, nicht brütend in Deutschland
Status: IUCN: Least Concern (nicht gefährdet)

Das Brutgebiet der Sanderling erstreckt sich zirkumpolar über die arktischen Tundren und Inseln. Die Vögel sind Langstreckenzieher. Die Überwinterungsgebiete umfassen alle Küstengebiete bis zur Südspitze von Südamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland. Über Mitteleuropa führt die ostatlantische Zugstrecke. An den Stränden der Nordsee überwintern also auch Vögel aus Grönland und dem Nordosten Kanadas.
Die etwa amselgroßen Vögel fallen im Schlichtkleid durch ein weiß-grau-schwarzes Gefieder auf. Auch der kurze Schnabel und die Beine sind schwarz gefärbt. Im Prachtkleid sind Sanderlinge auffällig rotbraun gefärbt. Im voll ausgefärbten Brutkleid sieht man ihn aber selten an mitteleuropäischen Küsten.

Der Sanderling ist in Deutschland Zugvogel und Wintergast. In kleiner Anzahl übersommern auch regelmäßig Vögel dieser hocharktischen Art im Wattenmeer. Beobachten kann man den Sanderling während der Zugperiode vor allem an der Nordseeküste. Im Binnenland ist die Art eher selten anzutreffen. In Deutschland tritt der Sanderling vorwiegend im weiß-schwarzen Schlichtkleid auf. Die Mauser der Vögel in das rotbraune Prachtkleid findet von April bis Mai statt.
Sanderlinge ernähren sich von kleinen Insekten, Fliegenlarven, Krebsen und Spinnen. Sie nehmen aber auch pflanzliche Kost wie Samen, Blütenknospen und Algen auf. Während der Zugzeit gelegentlich auch Fische und größere Mollusken in Form von Aas.
Das Gelege besteht aus 3 bis 4 Eiern, es befindet sich in einer Nestmulde, die spärlich mit Pflanzenmaterial ausgelegt ist. Beide Eltern brüten. Es kommt gelegentlich zu Schachtelbruten. Das Weibchen legt ein zweites Gelege, während das Männchen noch das Erste bebrütet. Die Brutzeit beträgt knapp vier Wochen, nach 17 Tagen sind die Jungvögel flügge, nach drei Wochen selbstständig. Ringfunde zeigen, dass die Vögel bis zu 18 Jahre alt werden können.
Sanderlinge gelten in ihrem Bestand als nicht gefährdet.
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