Spießente

Anas acuta

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Männliche Spießente im Prachtkleid.
Männliche Spießente im Prachtkleid.
Karte zur Verbreitung der Spießente (Anas acuta) weltweit.
Verbreitung

Die Spießente ist ein Brutvogel der gesamten nördlichen Hemisphäre und zirkumpolar verbreitet. In Nordamerika gehört sie zu den häufigsten Gründelenten. In den letzten 40 Jahren ist dort ihr Bestand um mehr als 70 % zurückgegangen. Hauptursache ist der Lebensraumverlust und sind Vergiftungen durch die Aufnahme von Bleischrot und weißem Phosphor aus Schusswaffen.  

Die Spießente ist ein begehrtes Jagdobjekt. In Nordamerika konnten Studien zeigen, wie die Jagdzeit die Habitatwahl der Spießente beeinflusst. Nahrungsreiche Gewässer wurden nur in der Schonzeit am Tage aufgesucht. Wurde die Spießente bejagt, wich sie in Schutzgebiete aus und kehrte nur in der Nacht in diese Nahrungshabitate zurück.   

Spießente

Größe: 50-76 cm

Gewicht: 850-1030g

Verbreitung: gemäßigte Zone bis zur Tundra in der gesamten Holarktis

Nahrung: pflanzlich und tierisch

Lebensraum:  flache, vegetationsreiche Moore und andere stehende Gewässer 

Zugverhalten: Zugvogel, meist Langstreckenzieher

Höchstalter: 27 Jahre und 5 Monate 

Brutzeit: März - Juni 

Fortpflanzung: monogame Saisonehe, 7-11 Eier, 1 Brut pro Jahr, Brutdauer 22-24 Tage, flügge nach 40-45 Tagen,

Bestand: 15-20 Brutpaare in Deutschland, 210-270 Tausend in Europa, 4,7-4,8 Millionen Vögel weltweit

Status: nicht gefährdet (Trend: abnehmend)

In Deutschland Jahresvogel, Zugvogel und Wintergast, kleines Brutvorkommen an der Nordseeküste von SH, stark gefährdet, Rote Liste Kategorie 2


Vogelstimme

Spießenten sind nicht sehr rufaktiv, mit etwas Übung lässt sich aber der Ruf in einer Gruppe von Wasservögeln heraushören.


Verbreitung in Deutschland

Karte zur Verbreitung der Spießente im Winter in Deutschland.
Winter

In Deutschland ist die Spießente Brutvogel, Zugvogel und Wintergast. Sie brütet nur noch in den küstennahen Bereichen von Nordfriesland und auf den Ostfriesischen Inseln. Im Binnenland der Norddeutschen Tiefebene brütet sie nur mit wenigen Paaren. Sie bevorzugt offene, eutrophe, feuchte Moor- und Sumpflandschaften mit einer dichten Vegetation.

Zugbewegungen finden vor allem in den Monaten März und April und im September und Oktober statt. Spießenten der deutschen Population überwintern in den Niederlanden, England und Nordfrankreich. Die deutschen Wintergäste und Durchzügler stammen aus Island, Skandinavien, den baltischen Staaten und Russland.  

Bestandsentwicklung

Karte zur Verbreitung der Spießente während der Brutzeit in Deutschland.
Brutvorkommen 2010

Deutschland liegt am südwestlichen Rand des eurasischen Verbreitungsgebietes. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Spießente ein lokal nicht seltener Brutvogel des Norddeutschen Tieflandes. Mit der Entwässerung der großen norddeutschen Moor- und Sumpflandschaften brachen die Bestände ein. Die meisten Paare brüten in den Kögen Nordfrieslands, dort wurde auch eine leichte Zunahme seit den 1990er Jahren verzeichnet. Im Binnenland gibt es hingen nur noch sehr wenige einzelne Brutpaare. Wurde der Bestand zwischen 1990 und 2010 noch auf 30-40 Brutpaare in ganz Deutschland geschätzt, geht man heute (2016) davon aus, dass es nur noch 15-20 sind. Sie wird seit 2021 in der Kategorie 2, stark gefährdet, der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel geführt. 

Bildergalerie

Quellen und Links

Zitiervorschlag: