Balkanlaubsänger

Phylloscopus orientalis

Schutzstatus des Tienschan-Laubsängers gemäß der Roten Liste der Brutvögel des IUCN, EU, in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Schutzstatus

Balkanlaubsänger (Phylloscopus orientalis); Zypern (März 2026)
Balkanlaubsänger (Phylloscopus orientalis); Zypern (März 2026)

Der Balkanlaubsänger (Phylloscopus orientalis) und der Berglaubsänger (Phylloscopus bonelli) sind zwei eng verwandte Arten, die sich im Feld kaum unterscheiden lassen. Ihr Gefieder ist nahezu identisch, und auch der trillernde Gesang ist sehr ähnlich, sodass eine sichere Bestimmung oft schwierig bleibt.

Erst genetische Untersuchungen zeigten, dass es sich um klar getrennte Arten.

Auch im Zugverhalten bestehen deutliche Unterschiede: Während der Berglaubsänger über die westliche Mittelmeerroute über Gibraltar, nach Westafrika zieht, nutzt der Balkanlaubsänger Zugwege über den östlichen Mittelmeerraum nach Nordostafrika. Zudem setzt der Frühjahrszug beim Balkanlaubsänger früher ein, während der Berglaubsänger im Mittel etwa zwei Wochen später durchzieht.

Steckbrief

Größe: 11,5 cm

Gewicht: 5,5–10,5 g

Verbreitung: Südosteuropa von Kroatien lückenhaft südwärts bis in den Libanon und Westiran; Überwinterung in Ostafrika (Tschad, Sudan, Eritrea)

Nahrung: kleine Wirbellose; im Herbst zusätzlich Früchte

Lebensraum: warme Laubwälder, v. a. Eichen- und Buchenwälder; auch Mischwälder und Kiefernwälder mit ausgeprägter Krautschicht; 200–1.800 m, meist über 800 m; im Winter offene Wälder, Savannen und Buschland

Zugverhalten: Zugvogel; Abzug aus Brutgebieten ab Juli; Durchzug bis Anfang Oktober; Hauptzug im Mittelmeerraum August–September; Rückzug ab März, Ankunft im Brutgebiet ab Mitte April; Überwinterung im Akaziengürtel südlich der Sahara von Tschad bis Eritrea

 

Brutzeit: April/Mai bis August

Nest: kugelförmiges Bodennest aus Gras, Blättern, Moos und Haaren; gut verborgen

Fortpflanzung: 4–6 Eier; Brutdauer 12–13 Tage; Nestlingszeit 12–13 Tage

Höchstalter: unbekannt

Bestand: 29.200-97.700 Brutpaare in Europa;  65.000-218.000 Vögel weltweit 

Status: nicht gefärdet (LC)

In Deutschland: sehr seltener Irrgast, ein Nachweis; 10. Mai 2021 auf Helgoland


Stimme

Der Gesang besteht aus einem Triller 🔊, der dem Berglaubsänger sehr ähnelt, jedoch meist leiser und kürzer ist. Gelegentlich wird er durch einige kurze Einleitungston eröffnet.

Die Rufe sind charakteristisch: ein kurzer, scharfer und klarer Laut wie „chip“, „chirp“ oder „khip“, seltener „chirrip“, mit eher trockenem Klang 🔊.

Diese Rufe werden regelmäßig bei der Nahrungssuche geäußert sowie häufig und wiederholt während der Brutzeit und auch während des Zuges.

Gesang

Rufe


Zugverhalten

Der Balkanlaubsänger ist ein Zugvogel, der vorwiegend im Akaziengürtel südlich der Sahara, von Ost-Tschad bis Eritrea überwintert. Der Herbstzug beginnt bereits im Juli, mit einem Höhepunkt von Ende Juli bis Ende August und reicht bis September, wobei die Vögel vermutlich direkt über das Mittelmeer nach Nordostafrika ziehen. Der Frühjahrszug setzt im März ein und erreicht seinen Höhepunkt bis Mitte Mai, mit Rückkehr in die Brutgebiete in Südosteuropa ab Mitte April. 

Merkmale

Mittlerer, insgesamt, unauffälliger Laubsänger mit überwiegend grauem Gefieder, hellem Überaugenstreif und bräunlichen Ohrdecken, die oft mit dem grauen Oberkopf kontrastieren. Oberseite grau mit leichtem Grünstich, Unterseite weißlich.

Männchen und Weibchen im Erscheinungsbild gleich, ohne erkennbare Unterschiede im Gefieder. Jungvögel ähneln den Altvögeln weitgehend.

Quellen und Links

  • BirdLife International (2024). Species factsheet: Eastern Bonelli's Warbler Phylloscopus orientalis. Downloaded from https://datazone.birdlife.org/species/factsheet/eastern-bonellis-warbler-phylloscopus-orientalis 03/04/2026
  • Clement, P. (2020). Eastern Bonelli's Warbler (Phylloscopus orientalis), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, and E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. https://doi.org/10.2173/bow.eabwar1.01
  • siehe auch Literaturverzeichnis

Zitiervorschlag:

Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]

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