
Der Drosseluferläufer (Actitis macularius) gehört zu den häufigsten Limikolenarten in Nordamerika. Er ist weit verbreitet und hat fast alle Lebensräume in Gewässernähe besetzt. Beim Drosseluferläufer sind die Geschlechterrollen vertauscht. Männchen weisen einen höheren Prolaktingehalt im Blut auf. Ein Hormon, das das Brutpflegeverhalten auslöst. Die Weibchen hingegen neigen zur sukzessiven Polyandrie. Sie paaren sich mit mehreren Männchen nacheinander, sodass bis zu fünf Gelege je Weibchen in einer Brutsaison entstehen können. Die Männchen übernehmen das Brutgeschäft und die Aufzucht der Jungvögel.
Größe: 18-22 cm
Gewicht: 19-64 g
Verbreitung: Nordamerika
Nahrung: hauptsächlich terrestrische Insekten und Insektenlarven
Lebensraum: Uferbereich von Flüssen und Seen
Zugverhalten: Zugvogel, überwintert von Mittelamerika bis zur Spitze von Südamerika
Brutzeit: Mai - Juli
Nest: Bodenbrüter in Gewässernähe, nutzt die niedrige Vegetation als Deckung
Fortpflanzung: Polyandrie, Männchen übernehmen die Brut und Führung, 4 (2-5) Eier, bis zu 5 Gelege je Weibchen pro Jahr, Brutdauer 19-22 Tage, flügge nach 15-18 Tagen
Höchstalter: 12 Jahre (Wiederfang)
Bestand: unbekannt
Status: nicht gefährdet (Trend: unbekannt)
In Deutschland seltener nordamerikanischer Gastvogel, 15 Nachweise, zuletzt 2025 an der Elz bei Riegel im Kaiserstuhl (BW)

In Deutschland ist der Drosseluferläufer eine Ausnahmeerscheinung. Die nordamerikanische Limikole ist seit dem 18. Jahrhundert erst 22 Mal in Deutschland nachgewiesen worden, zuletzt im März 2025 an der Elz im Kaiserstuhl. Nachweise liegen aus dem ganzen Bundesgebiet vor. Die meisten Beobachtungen wurden im Frühjahr getätigt (6) und im Herbst (5). Oft handelt es sich dabei um adulte Vögel.
Der Drosseluferläufer ist ein Zugvogel, der in Süd- und Mittelamerika überwintert.
Zitiervorschlag:
Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]
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