Größe: 18–20 cm; Gewicht: 60–91 g
Flügelspannweite 55–61 cm
Verbreitung: Kaspischen Meer bis Ostkasachstan sowie Nordwest-Xinjiang; Überwinterung in Ost- und Südafrika
Nahrung: vorwiegend Insekten und deren Larven; Käfer, kleine Schnecken, gelegentlich Pflanzensamen
Lebensraum: Wüsten und Halbwüsten, Steppen mit salzhaltigen Böden, Salzpfannen, saisonal überflutete Bereiche nahe Wasser; nach der Brut an Fluss- und Seeufern; im Winter trockene Überschwemmungsflächen, stark beweidete Grasländer, auch Kulturland, Flughäfen und Golfplätze
Zugverhalten: Zugvogel; Zug in kleinen Trupps von 5–12 Individuen, gelegentlich bis 30; Wegzug August–Oktober, Rückkehr Mitte März bis Anfang Mai; Überwinterung in Ost- und Südafrika; innerhalb Afrikas nomadische Bewegungen.
Brutzeit: April bis Ende Juni
Nest: flache Bodenmulde, spärlich mit Pflanzenmaterial ausgelegt, in offenem Gelände oder niedriger Vegetation, meist in Wassernähe
Fortpflanzung: vermutlich monogam; meist 3 Eier; eine Jahresbrut; Brutpflege durch ♂ und ♀, nachts nur ♀; flügge nach mindestens 30 Tagen; Betreuung der Jungvögel durch beide Eltern
Höchstalter: unbekannt
Bestand: 40.000–55.000 Individuen; 200–500 Paare in europäischem Russland; 5000–10.000 Wintergäste im Sudan; lokal sehr häufig in Ostafrika
Status: nicht gefährdet (LC)
In Deutschland: sehr seltener Irrgast; zwei Nachweise, 1850 und 1859 auf Helgoland
Der Ruf ist kurz und scharf, meist als „ku-wit“, „quit“ oder „tük“ geäußert, häufig mehrfach wiederholt. Seltener tritt ein leicht sprudelnder Laut wie „ptrrwihit“ 🔊 auf.
In Flugtrupps unterscheidet sich die Lautäußerung deutlich und besteht aus einem weithin hörbaren, zwitschernden Ruf.
Der Gesang ist insgesamt nur unzureichend beschrieben.
Die Zugwege dieses Regenpfeifers führen von Ostafrika über die Arabische Halbinsel in die Brutgebiete bis nach Kasachstan. Beobachtungen in Mitteleuropa sind daher äußerst selten.
Die einzigen Nachweise in Deutschland stammen aus dem 19. Jahrhundert: Der Ornithologe Heinrich Gätke erlegte auf Helgoland am 16. November 1850 einen Jungvogel und am 19. Mai 1859 einen adulten Vogel und nahm beide Exemplare in seine Sammlung auf.
Seitdem liegen keine weiteren Nachweise aus Deutschland vor, auch wenn die Art in anderen Teilen Europas in den letzten Jahrzehnten beobachtet werden konnte.
Der Wermutregenpfeifer ist ein Zugvogel. Der Herbstzug beginnt Mitte August und reicht bis in den Oktober, wobei der Durchzug oft unauffällig erfolgt.
Die Zugroute verläuft in einem relativ engen Korridor über Iran, Irak, Syrien und die Arabische Halbinsel nach Ost- und Südafrika, wobei nur vereinzelt Randgebiete wie die Türkei berührt werden.
Der Frühjahrszug erfolgt überwiegend im März und April, mit Ankunft in den südlichen Brutgebieten bereits in der letzten Märzdekade und weiter nördlich Mitte April.
Schlanker, aufrecht wirkender Regenpfeifer mit langen, sehr schlanken Beinen und relativ langem, feinem Schnabel. Im Stand ragen die Flügel deutlich über die Schwanzspitze hinaus.
Im Brutkleid zeigen Männchen ♂ und Weibchen ♀ eine weiße Kopfzeichnung und ein orangebraunes Brustband mit dunkler Begrenzung, beim Weibchen meist schwächer und blasser ausgeprägt. Die Oberseite ist einheitlich braun.
Im Schlichtkleid blass graubraun mit reduziertem, teils unterbrochenem Brustband und auffallend hellem Gesicht; Jungvögel ähneln diesem Kleid, wirken jedoch durch frische Säume der Federn schuppiger.
Zitiervorschlag:
Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]
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