Steinwälzer

Arenaria interpres

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Steinwälzer (Arenaria interpres)
Steinwälzer (Arenaria interpres)

Der Steinwälzer ist eine Limikole aus der Familie der Schnepfenvögel, der in Deutschland an den Küsten von Nord und Ostsee vor allem während der Zugzeit und als Wintergast beobachtet werden kann. Seinen Namen bezieht sich auf das Verhalten der Vögel bei der Nahrungssuche, bei der er am Strand Steine, Muscheln und Tang umdreht. Auch der englische Name Ruddy Turnstone - wörtlich Steinedreher - geht auf dieses Verhalten zurück.

Mit einer Körpergröße von etwa 20 cm ist er etwa so groß wie eine Amsel.

Steckbrief

Größe: 21-26 cm

Gewicht: 84-190 g

Verbreitung: nördliche Küstenbereiche von Nordeuropa, Sibirien, Alaska, Kanada und Grönland

Nahrung: Krebse, Schnecken, Ringelwürmer, auch Sämereien, Insekten und Küchenabfälle  

Lebensraum: Brütet vor allem in den küstennahen Tundren der gesamten Nordhalbkugel, ist als Überwinterer an fast allen Küsten der Welt anzutreffen, Ausnahme Ostasien    

Zugverhalten: Langstreckenzieher 

Höchstalter: 19 Jahre und 8 Monate 

Brutzeit: Mai - Juni

Nest: Bodenbrüter

Fortpflanzung: monogame Saisonehe, 3-5 Eier, 1 Brut pro Jahr, Brutdauer 22-24 Tage, flügge nach 19-21 Tagen

Bestand: 36-77 Tausend Brutpaare in Europa, 460-730 Tausend Vögel weltweit 

Status: nicht gefährdet (Trend: abnehmend)

In Deutschland Zugvogel und Wintergast


Karte zur Verbreitung des Steinwälzers (Arenaria interpres)
Verbreitung

Lebensraum

Das Brutgebiet der Vögel erstreckt sich über den gesamten arktischen Bereich. Steinwälzer sind Langstreckenzieher, die während der Wintermonate an allen Küsten Westeuropas, Nordamerikas und der Südhalbkugel beobachtet werden können. Mit 4 bis 5 Brutpaaren ist der Steinwälzer seit den 90er Jahren wieder Brutvogel in Deutschland.

Nahrung

Steinwälzer ernähre sich von Weichtieren, vor allem Muscheln und Fliegen. Sie fressen aber auch pflanzliche Kost, vor allem Krähenbeeren, die in den arktischen Brutgebieten die Pflanzenbestände dominiert.

Vogelstimmen

Rufe

Das stimmliche Repertoire der Vögel ist nicht stark ausgeprägt. Die Kontaktrufe während der Nahrungssuche sind kurze Laute, die bei Gefahr in einem Stakkato münden.


Bildergalerie

Beobachtungsmöglichkeiten

Während der Zugzeit ist der Steinwälzer recht häufig an Küsten von Nord- und Ostseee zu beobachten. In den küstennahen Fjellflächen Norwegens ist er während der Brutzeit anzutreffen. Die recht wenig scheuen Tiere lassen sich leicht fotografieren.

Quelle und Links

  • Bauer, Hans-Günter; Bezzel, Einhard; Fiedler, Wolfgang (2005): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Aula-Verlag, Wiesbaden
  • BirdLife International 2019. Arenaria interpres. The IUCN Red List of Threatened Species 2019: e.T22693336A154669637. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2019-3.RLTS.T22693336A154669637.en. Downloaded on 10 April 2020.
  • Nettleship, D. N. (2020). Ruddy Turnstone (Arenaria interpres), version 1.0. In Birds of the World (S. M. Billerman, Editor). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. https://doi.org/10.2173/bow.rudtur.01
  • Van Gils, J., Wiersma, P. & Kirwan, G.M. (2020). Ruddy Turnstone (Arenaria interpres). In: del Hoyo, J., Elliott, A., Sargatal, J., Christie, D.A. & de Juana, E. (eds.). Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona. (retrieved from https://www.hbw.com/node/53918 on 10 April 2020).