Temminckstrandläufer

Calidris temminckii

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Temminckstrandläufer (Calidris temminckii)
Temminckstrandläufer (Calidris temminckii)

Der Temminckstrandläufer (Calidris temminckii) ist ein kleiner Strandläufer aus der Familie der Schnepfenvögel. Er ist nach dem niederländischen Zoologen Coenraad Jacob Temminck (1778-1858) benannt. Ihm zu Ehren sind eine Vielzahl von Tieren bezeichnet. Alleine sieben Vogelarten tragen seinen Nachnamen in der umgangssprachlichen Bezeichnung der Art und insgesamt 11 im Epitheton, dem zweiten Teil des wissenschaftlichen Namens.

Merkmale

Der etwa spatzgoße Temminckstrandläufer ähnelt dem etwas kleineren Zwergstrandläufer. Im Unterschied zum Zwergstrandläufer wirkt der Temminckstrandläufer wegen seiner kürzeren Beine gedrungener, diese sind bei ihm gelb-grün und nicht schwarz wie beim Zwergstrandläufer. Im Ruhekleid sind die Vögel unscheinbar grau gefärbt. Im Brutkleid ist das Gefieder mit braunen, rötlichen und beigen Farben durchsetzt.

Karte zur Verbreitung des Temminckstrandläufers (Calidris temminckii)
Verbreitung

Lebensraum

Der Temminckstrandläufer brütet in den europäischen und asiatischen Tundren von Schottland über Norwegen bis Ostsibirien. Er ist ein Langstreckenzieher, der zum Teil im Mittelmeerraum überwintert. Die Hauptüberwinterungsgebiete liegen aber in Afrika an Flussufern und Binnengewässern südlich der Sahara. Als Langstreckenzieher erscheint er auf dem Heimzug erst spät in unseren Breiten und ist dort an Binnengewässern und in Kiesgruben zu beobachten.

Nahrung

Temminckstrandläufer ernähren sich von Insekten und Larven, gelegentlich wird auch pflanzliche Kost aufgenommen.

Fortpflanzung

Zwischen Mai und Juli wird von den Bodenbrütern 3 bis 4 Eier in eine flache Mulde gelegt. Männchen sind bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, Weibchen erst im dritten. Die Weibchen des Temminckstrandläufer sind gelegentlich bigam. Während das erste Männchen das Gelege bebrütet, paaren sie sich mit einem weiteren Männchen und kümmern sich um das zweite Gelege. In den kurzen Sommern der Arktis sind so zwei Bruten möglich.

Zur Markierung des Brutplatzes vollführend die Männchen Balzflüge. Dabei fliegt er langsam ca. 1 m über dem Boden mit gespreiztem Schwanz und scheint manchmal dabei in der Luft zu hängen.

Vogelstimmen

Während des Balzfluges gibt das Männchen ein rhythmisch ansteigendes und fallendes trillern von sich, das an eine Grille erinnert. Der Kontak- und Warnruf besteht aus einem kurzen harten "tirrr" oder "trrrit".

Warn- und Kontaktruf
Gesang

Bestand.

Temminckstrandläufer sind in ihrem Bestand nicht gefährdet. Sie gelten aber wie alle Vögel der arktischen Tundren als besonders bedroht durch den Klimawandel. Der zu erwartende Wegfall der küstennahen, arktischen Brutgebiete kann durch die arktischen Inseln nicht kompensiert werden.

Quelle und Links

  • Eintrag zum Temminckstrandläufer in der Wikipedia.
  • Artikel über den Temminckstrandläufer im Handbook Birds of the World.
  • Vogelstimmen und Rufe des Temminckstrandläufers in der Datenbank von xeno-canto.
  • Datenblatt zum Temminckstrandläufer bei BirdLife International.
  • Aktuelle Beobachtungen zum Temminckstrandläufer in der Datenbank von naturgucker.de
  • Van Gils, J., Wiersma, P. & Kirwan, G.M. (2019). Temminck's Stint (Calidris temminckii). In: del Hoyo, J., Elliott, A., Sargatal, J., Christie, D.A. & de Juana, E. (eds.). Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona. (retrieved from https://www.hbw.com/node/53928 on 14 July 2019).
  • Karte: San Jose, 1 April 2007, adapted by Chumwa, 6 May 2008 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons