Die Familie der Tauben ist eine artenreiche Gruppe der Vögel und die einzige Familie innerhalb der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes). Es werden etwa 350 Arten in rund 49 Gattungen unterschieden. Die meist kräftig gebauten Vertreter zeichnen sich durch einen relativ einheitlichen Körperbau aus: Der Rumpf ist oft kräftig, der Kopf dagegen meist klein. Das Gefieder ist überwiegend grau oder braun gefärbt; lediglich die Fruchttauben besitzen ein besonders farbenprächtiges Gefieder.
Tauben spielen seit der Antike eine wichtige Rolle in der Folklore und in den Religionen verschiedener Kulturen. In China steht die Taube für Treue, Frömmigkeit und Langlebigkeit. Im Gilgamesch-Epos wurde eine Taube aus der Arche entlassen und kehrte noch in derselben Nacht zurück. Für viele Arten sind eher einfache, dünne Nester typisch. Einer portugiesischen Legende zufolge soll dies darauf zurückzuführen sein, dass die Tauben Gott während der Schöpfung nicht zugehört hätten, als er den Vögeln das Nestbauen beibrachte.
Die Feldtauben sind mittelgroße bis große Tauben, eine artenreiche Gattung, die vorwiegend in der Alten Welt vorkommt. Zu den Feldtauben zählen in der Regel waldbewohnende Arten. Sie haben deshalb oft kürzere Flügel und Schwänze. Das Gefieder ist charakterisiert durch graue, blaue und braune Farbtöne, viele Arten haben auffallende Gefiederzeichnung im Halsbereich.
Turteltauben sind schlanke, meist unauffällig gefärbte Taubenarten, die sich durch eine feine Gefiederzeichnung, ein weiches Gurren und eine enge Bindung an strukturreiche Landschaften auszeichnen. In Deutschland sind sie nur mit wenigen Arten vertreten. Die bekannteste von ihnen, die Turteltaube, ist ein Langstreckenzieher und gilt heute als stark gefährdet.
Die Gattung der Turteltauben umfasst weltweit rund 15 Arten, die überwiegend in Afrika, Teilen Asiens und im Mittelmeerraum verbreitet sind. Viele Arten bewohnen offene bis halboffene Lebensräume und zeigen ein insgesamt zurückhaltendes Erscheinungsbild. Charakteristisch für die Gruppe sind ihre zierliche Gestalt und häufig markante Halszeichnungen.
In Europa kommen nur wenige Turteltaubenarten regelmäßig vor. In Deutschland ist die Turteltaube (Streptopelia turtur) die einzige ursprünglich heimische Brutart. Weitere Arten wie die Türkentaube haben ihr Verbreitungsgebiet erst in jüngerer Zeit nach Mitteleuropa ausgedehnt und sind heute weit verbreitet.

Die Gattung der Trauertauben (Zenaida) beschreibt sieben amerikanische Tauben, die vom Süden Kanadas bis zur Südspitze Südamerikas verbreitet sind. Bis auf die Socorrotaube sind alle Vertreter der Gattung in ihrem Bestand nicht gefährdet. Die Socorrotaube ist jedoch in freier Wildbahn ausgestorben. Diese wenig scheue Taube kam nur auf der mexikanischen Pazifikinsel Socorro vor. Bejagung und verwilderte Katzen führten dazu, dass die Socorrotaube Ende der 1950er Jahre ausgestorben ist. Seitdem wird versucht, durch gestellte Nachtzucht mit Zooexemplaren den Bestand der Taube zu sichern, um die Vögel wieder auswildern zu können.