Terekwasserläufer

Xenus cinereus

Schutzstatus des Raubwürgers gemäß der Roten Liste der Brutvögel des IUCN, EU, in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Schutzstatus

Terekwasserläufer (Xenus cinereus); Oman (Dezember 2025), steht im Watt des Arabischen Meeres.
Terekwasserläufer (Xenus cinereus); Oman (Dezember 2025)
Karte zur Verbreitung des Terekwasserläufers (Xenus cinereus) weltweit.
Verbreitung

Größe: 22–25 cm

Gewicht: 56,8–101,0 g

Verbreitung: Brutvogel der Taiga und Waldtundra von Finnland und der Ukraine ostwärts bis zu Anadyr-Niederung und Nord-Kamtschatka; Überwinterung an Küsten von südlichem Afrika über Südasien bis Australien und stellenweise Neuseeland

Nahrung: im Brutgebiet vor allem Zuckmücken und Samen; auf dem Zug und im Winter kleine Mollusken, Krustentiere, Spinnen, Vielborster und Insekten

Lebensraum: im Brutgebiet Uferzonen, offene Schlick- und Sandflächen, sumpfige Bereiche, teils auch lichte Gehölzstandorte; im Winter fast ausschließlich Küstenlebensräume, besonders Wattflächen und intertidale Bereiche bei Mangroven

Zugverhalten: ausgeprägter Langstreckenzieher über etwa 9.000–11.000 km; nach der Brut meist rascher Zug aus dem Binnenland an die Küsten und dann südwärts; Altvögel Abzug meist in der ersten Julihälfte, Jungvögel etwa einen Monat später; Winterquartiere im Wesentlichen südlich der Brutgebiete

 

 

Brutzeit: Eiablage ab 24. April bis 26. Mai, reg ional teils bis 25. Mai abgeschlossene Gelege; Schlupf in Belarus zwischen 19. Mai und 1. Juni

Nest: flache Mulde, spärlich mit Gras und Pflanzenresten ausgelegt; am Boden, auf schwimmendem Material oder ausnahmsweise erhöht an Baumstämmen; meist nahe am Wasser, überwiegend innerhalb von 5 m, fast immer innerhalb von 25 m; Nestmaße 10–12 cm lang, 3–4 cm breit

Fortpflanzung: monogam; meist eine Brut pro Jahr; Gelege meist 4 Eier ( 2–5); Brutdauer 20–24 Tage; flügge nach 15–20 Tagen; Betreuung durch beide Altvögel

Höchstalter: mindestens 17 Jahre

Bestand: Weltbestand 160.000–1.200.000 Individuen; europäischer Bestand 30.900–101.000 Altvögel

Status: nicht gefährdet (LC)

In Deutschland: seltener Irrgast; 


Stimme

Der Gesang besteht aus einem melodischen, lauten Triller 🔊, der in variabler Form vorgetragen wird und oft mit längeren, pfeifenden Elementen kombiniert ist. Er kann über mehrere Sekunden bis hin zu längeren Sequenzen anhalten und wird sowohl im Flug als auch am Boden vorgetragen.

Häufige Rufe sind kurze, durchdringende Lautreihen wie „hühühü“, „düdüdü“ oder „qüwüwü“ 🔊, die meist mehrsilbig gereiht sind und besonders oft als Kontaktlaute im Flug dienen. Bei steigender Erregung verändern sich die Rufe zu schärferen Lauten wie „güp güp güp“ oder „tick tick tick“. Bei starker Alarmstimmung treten schnelle, trillernde Serien auf. Zusätzlich werden bei erhöhter Erregung am Nest weiche, leise Triller geäußert, die an einen Subsong erinnern und im Zusammenhang mit Brutpflege oder Störungen stehen. Insgesamt ist die Art vor allem während der Brutzeit besonders ruffreudig, während außerhalb dieser Phase deutlich weniger Lautäußerungen erfolgen.

Gesang

Flugrufe


Karte zu den Beobachtungen des Tereks in Deutschland vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Beobahtungen

Beobachtungen in Deutschland

Der Terek tritt in Deutschland als seltener Irrgast auf. Die westliche Verbreitungsgrenze geht durch Belarus und Russland. Das Brutgebiet erstreckt sich über ganz Sibirien bis zur Kamtschatka-Halbinsel. Beobachtet werden die Vögel in Deutschland oft in der zweiten Maihälfte. Ein zweiter, deutlich schwächerer Schwerpunkt liegt im Hochsommer. Regelmäßig im Juli, seltener im August und September.

Räumlich konzentrieren sich die Nachweise hauptsächlich auf Norddeutschland. Küstennahe Feuchtgebiete an Nord- und Ostsee dominieren dabei deutlich. Vor allem die Nordseeküste Schleswig-Holsteins mit dem Katinger Watt und der Dithmarscher Speicherkoog sind besonders häufig vom Terek aufgesucht worden.

Nachweise im Binnenland sind deutlich seltener. Sie sind meist an größere Gewässer gebunden. 

Die Nachweise im europäischen Umfeld zeigen ein sehr ähnliches Muster wie in Deutschland.

Zugverhalten

Der Terekwasserläufer ist ein ausgeprägter Langstreckenzieher, der in Mitteleuropa vor allem während des Frühjahrszugs im Mai erscheint. Mit einem Schwerpunkt im Zeitraum Anfang bis Ende Mai. Erste Vögel können bereits Ende April auftreten. Der Herbstzug beginnt früh: Altvögel verlassen die Brutgebiete bereits ab Mitte Juni bis Anfang Juli, während Jungvögel deutlich später folgen. In Mitteleuropa liegt der Durchzugsschwerpunkt im August und klingt bis Ende September ab. Die Überwinterung erfolgt überwiegend in tropischen Küstenregionen Afrikas, Südasien und Nordaustralien, wobei die Art dort fast ausschließlich an Küsten gebunden ist.

Merkmale

Der Terekwasserläufer ist ein auffälliger Watvogel mit langem, deutlich aufgebogenem Schnabel und relativ kurzen, gelblich gefärbten Beinen. Typisch sind zudem ein nervöses Wippen des Hinterkörpers und ein flacher, schneller Flug dicht über dem Wasser. Im Brutkleid zeigt er graubraune Oberseiten mit dunklen Federzentren, eine gestreifte Kopf- und Brustzeichnung sowie eine auffällige weiße Flügelhinterkante. Das Schlichtkleid wirkt einfarbiger und blasser graubraun mit hellerem Kopf. ♂ und ♀ sind dabei äußerlich sehr ähnlich, Weibchen im Mittel etwas größer. Jungvögel ähneln den Altvögeln im Brutkleid, wirken jedoch dunkler und bräunlicher, besitzen fein gebänderte Säume und eine weniger kontrastreiche Zeichnung der Oberseite.

Quellen und Links

Zitiervorschlag:

Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]

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