Mittelspecht

Dendrocoptes medius

Mittelspecht (Dendrocoptes medius); Foto: Viola Wege
Mittelspecht (Dendrocoptes medius); Foto: Viola Wege
Karte zur Verbreitung des Mittelspecht (Dendrocoptes medius) weltweit.
Verbreitung

Der Mittelspecht  (Dendrocoptes medius) ist eine sehr unauffällige Spechtart. Vor allem in der Brutzeit wird von vielen Spechten das Revier durch das typische Trommeln markiert. Mit ihm demonstriert das Männchen seine körperliche Fitness, lockt Weibchen an und wehrt andere Männchen ab. Das Trommeln des Mittelspechtes fällt aus diesem Rahmen. Es wird nur sehr selten und schwach vorgetragen. Ihm fehlt ein charakteristischer Rhythmus und Regelmäßigkeit. Es dient nicht der Revierabgrenzung und dem Anlocken von Weibchen. Es wird offensichtlich nur in der Kommunikation mit einem festen Partner eingesetzt.        

Steckbrief

Größe: 20-22 cm  

Gewicht: 50-85 g 

Verbreitung: Westeuropa bis Kaukasus   

Verbreitungsschwerpunkt: Südosteuropa

Nahrung: rindenbewohnende Wirbellose 

Lebensraum: vor allem alte Laubwälder mit Eichen- oder Hainbuchenbeständen, gelegentlich auch Obstgärten

Höchstalter: 9 Jahre, 4 Monate (Wiederfang)  

Nest: Baumhöhlen in 5-10 m Höhe

Brutzeit: April - Juni  

Fortpflanzung: monogame Saisonehe, 5-6 (4-8) Eier, 1 Brut pro Jahr, Brutdauer 12 Tage, Nestlingszeit 15-16 Tage, flügge nach 20-25 Tagen 

Bestand: 34-61 Tausend Brutpaare in Deutschland, 301-678 Tausend in Europa

Status: nicht gefährdet, Trend: stabil

In Deutschland: Jahresvogel, brütet in ganz Deutschland, nicht gefährdet, Trend zunehmend


Vogelstimmen

Gesang

Rufe


Trommeln

Der Mittelspecht trommelt sehr selten

Verbreitung in Deutschland

Karte zur Verbreitung des Mittelspecht (Dendrocoptes medius) in Deutschland.
Verbreitung

Der bevorzugte Lebensraum des Mittelspechtes in Deutschland sind alte Laubwälder mit einem hohen Anteil an Eichen. Vor allem in Süddeutschland ist er auch in Streuobstwiesen und alten Obstgärten zu finden. Er fehlt in den nadelwaldreichen Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald, dem Bayrischem Wald oder dem Erz- und Fichtelgebirge. 

Beim Mittelspecht handelt es sich um einen ausgesprochenen Standvogel. Die Wanderungsbewegungen sind sehr gering. 

Die Bestandszahlen des Mittelspechts habe sich seit den 1990er Jahren von ca. 10.000 Brutpaare für Deutschland auf bis zu 60.000 erhöht. Der Grund für die starke Zunahme wird allerdings vor allem mit besseren Erfassungsmethoden gesehen. Der Mittelspecht ist sehr heimlich und wird oft übersehen.   

Bildergalerie

Quellen und Links

  • Bairlein F et al. (2014):  Atlas des Vogelzugs: Ringfunde deutscher Brut- und Gastvögel. AULA-Verlag, Wiebelsheim 
  • Bauer HG, Bezzel E, Fiedler W (2005): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas; Aula-Verlag, Wiesbaden
  • Boesman P (2021): Mittelspecht (Dendrocoptes medius) - Rufe. XC619716. Erreichbar unter www.xeno-canto.org/619716
  • Fransson T, et al. (2017) EURING list of longevity records for European birds. Abgerufen 12.08.2020 von https://euring.org/ 
  • Gedeon K, et al.(2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten – Atlas of German Breeding Birds; Herausgegeben von der Stiftung Vogelmonitoring und dem DDA; Münster
  • Keller V et al. (2020): European Breeding Bird Atlas 2: Distribution, Abudance and Change. European Bird Census Council & Lynx Edicions , Barcelona
  • Turner K (2020). The Structure and Function of Drumming in the Middle Spotted Woodpecker Dendrocoptes medius. Acta Ornithologica. 55. 
  • Wege V (2021): Fotos, alle Bildrechte bei der Fotografin 
  • Wroza S (2020): Mittelspecht (Dendrocoptes medius) - Gesang .XC533717. Erreichbar unter www.xeno-canto.org/533717

Zitiervorschlag: