
Der Schopfwespenbussard (Pernis ptilorhynchus) ist wie der Europäische Wespenbussard (Pernis apivorus) ein Nahrungsspezialist, der sich überwiegend von staatenbildenden Insekten, insbesondere Bienen und Wespen, sowie deren Larven und Honig ernährt. In Deutschland ist die Art bislang nicht nachgewiesen.
Er tritt im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in Israel, regelmäßig auf. In den letzten Jahren sind einige wenige Nachweise aus Europa hinzugekommen, die gut dokumentiert und durch Fotos belegt sind. Dazu zählen der Erstnachweis 2024 in Finnland und 2025 in Dänemark sowie ein früher Nachweis aus Italien im Jahr 2011.
Ein wesentliches Problem bei der Bestimmung ist die Hybridisierung mit dem Europäischen Wespenbussard, die primär im Überlappungsgebiet in Sibirien entsteht und sich bis in den Nahen Osten bemerkbar macht. Dort zeigen zahlreiche Vögel Mischmerkmale, und ein erheblicher Teil der beobachteten Individuen könnte Hybridcharakteristika aufweisen.
Für die Feldbestimmung bleiben daher strukturelle Merkmale entscheidend, vorwiegend die Anzahl der Handschwingen („6 Finger“ vs. „5 Finger“) sowie das Fehlen eines dunklen Carpalflecks beim Schopfwespenbussard.
Größe: 52–68 cm
Gewicht: ♂ 750–1280 g, ♀ 950–1490 g
Verbreitung: Sibirien ostwärts bis zum Amur und Sachalin, südwärts bis NE-China, Japan und Korea; Nordwesten Indiens bis zu den östlichen Philippinen; Winterquartiere in Südostasien südwärts bis zu den Großen und Kleinen Sundainseln, Philippinen und Sangihe
Nahrung: vor allem soziale Bienen und Wespen, besonders Larven; außerdem Wabenstücke und Honig; selten andere Insekten, kleine Wirbeltiere
Lebensraum: Waldgebiete, bevorzugt mit Laubbäumen; dichte Wälder, offene Waldlandschaften, Mischwald mit Offenland;
Zugverhalten: Nördliche Populationen Zugvögel, südliche Populationen Standvögel oder mit lokalen Wanderungen; Ankunft in den Brutgebieten im Mai; Wegzug September/Oktober; Frühjahrszug Mitte Februar bis Mitte März
Brutzeit: Legebeginn im Februar in S-Indien, im Mai und besonders im Juni im Norden des Verbreitungsgebiets
Nest: Meist in Laubbäumen in Astgabeln; Plattform aus Zweigen, mit grünen Blättern und leichtem Material ausgekleidet
Fortpflanzung: normalerweise 2 Eier; 1 Brut pro Jahr; Brutdauer 28–35 Tage; Nestlingszeit 35–45 Tage; flügge nach 35–45 Tagen; Betreuung durch die Eltern noch 5–8 Wochen nach dem Ausfliegen
Höchstalter: unbekannt
Bestand: Global grob auf etwa 100.000–1.000.000 Individuen geschätzt
Status: nicht global gefährdet, Least Concern; Trend: abnehmend
Der Schopfwespenbussard ist meist stumm, selbst während der Brutzeit. Gelegentlich äußert er einzelne hohe Pfeiflaute 🔊, beschrieben als „whiiiiw“. Zudem sind selten mehrsilbige Rufe wie „piii-u“ oder „whi-whee-uho“ 🔊 zu hören.
Sehr variabel gefärbter Greifvogel mit polymorphem Gefieder, meist mit Nackenschopf. Im Flug durch die sechs Handschwingen leicht vom Wespenbussard, der nur fünf Finger hat, zu unterscheiden. Insgesamt große Variationsbreite von hellen bis dunklen sowie teils rötlich-braunen Individuen.
Zitiervorschlag:
Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]
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