Blaukehlchen

Luscinia svecica

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Blaukehlchen (Luscinia svecica)
Blaukehlchen (Luscinia svecica)

Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) gehört zur Familie der Fliegenschnäpper. Es kommt in Europa in zwei auffälligen Unterarten vor, dem Weißsternigen Blaukehlchen, mit einem zentralen weißen Fleck in der blauen Kehle. Diese Unterart brütet in Mitteleuropa, während das Rotsternige Blaukehlchen in Nordeuropa heimisch ist und nur während der Zugzeit gelegentlich in Mitteleuropa zu sehen ist.

Karte zur Verbreitung des Blaukehlchen (Luscinia svecica)
Verbreitung

Lebensraum

Die Verbreitung des Rotsternigen Blaukehlchen (Luscinia svecica svecica) erstreckt sich fast über die gesamte boreale Klimazone von Südwest Norwegen über Sibirien bis nach Alaska. Das Weißsternige  Blaukehlchen (Luscinia svecica cynaecula) und andere Unterarten der weißsternigen Form kommen vorwiegend in Mittel- und West- und Südeuropa vor. Dazwischen treten Populationen auf, die stark variieren. So gibt es Unterarten, denen der Stern fehlt und welche, die einen roten Stern mit weißer Basis zeigen.  

Das Blaukehlchen bevorzugt nasse Standorte mit niedrigem Bewuchs. Beim Rotsternigen Blaukehlchen sind das sumpfige Buschwälder mit Moor-Birken in Fjell und Tundra. 

Im Zugverhalten unterscheiden sich Rot- und Weißsterniges Blaukehlchen erheblich. Die nördliche Unterart svecica ist ein Langstreckenzieher, der hauptsächlich auf dem indischen Subkontinent überwintert. Weißsternige Populationen überwintern in Nordafrika und zum Teil im Mittelmeerraum.

Vorkommen in Deutschland

Das Blaukehlchen ist in Deutschland recht lückenhaft verbreitet. Der Bestand wird auf bis zu 15.000 Brautpaare geschätzt. Der Hauptschwerpunkt der Verbreitung liegt in Nord- und Ostfriesland. Eine besonders hohe Siedlungsdichte wird zwischen Dollart, Krumhörn und Harlingerland erreicht. Weitere Schwerpunkte liegen in Hessen, Bayern und Ostdeutschland, die Art fehlt aber auch auffällig in geeigneten Habitaten des Ostdeutschen Tieflandes.


Gesang

Der Gesang des Blaukehlchen trägt nicht sehr weit. Er ist variantenreich, wird gerne von einer Singwarte vorgetragen und ist begleitet von Singflügen des Männchens. Er beginnt oft mit kurzen wiederholenden Sequenzen, die immer schneller vorgetragen werden, geht dann über in metallisch raue Elemente, die mit melodischen Bereichen abwechseln. Oft werden Gesänge anderen Arten imitiert.

Gesang

Warnrufe


Bestand

Das Blaukehlchen ist weltweit in seinem Bestand nicht bedroht. Die weißsternige Unterart galt aber in den siebziger Jahren als Inbegriff einer aussterbenden Vogelart. Das hatte vor allem mit einem verschwinden ihrer Lebensräume zu tun. In Mitteleuropa bevorzugen die Vögel Gebiete, die einer starken Sukzession unterliegen, wie sie im Bereich von Bächen und Flüssen zu finden ist. Die Art hat sich in Mitteleuropa seitdem deutlich erholt. Vor allem in den Niederlanden ist die Population stark angewachsen. Durch die Wiederbesiedlung von landwirtschaftlich genutzten Flächen, vor allem im Rapsanbau aber auch durch Renaturierungsmaßnahmen hat sich die Art stark vermehrt. Die Klimaveränderung hat aber möglicherweise auch zur Trendwende beigetragen. Der Zugweg hat sich verkürzt und senkt so die Mortalität.

Quellen und Links

  • Informationen zum Blaukehlchen in der Wikipedia.
  • Eintrag zum Blaukehlchen im Handbook Birds of the World.
  • Datenblatt zum Blaukehlchen bei Avibase.
  • Informationen zum Status und zur Gefährdung des Blaukehlchen bei BirdLife International.
  • Vogelstimmen des Blaukehlchens bei xeno-canto.
  • Aktuelle Beobachtungen zum Blaukehlchen aus der Datenbank von Naturgucker.de.
  • Lars Svensson, Peter J. Grant [1999]: Der Kosmos Vogelführer. Kosmos Verlag.
  • Gedeon, K., C. Grüneberg, A. Mitschke, C. Sudfeldt, W. Eickhorst, S. Fischer, M. Flade, S. Frick, I. Geiersberger, B. Koop, Bernd, M. Kramer, T. Krüger, N. Roth, T. Ryslavy, S. Stübing, S. R. Sudmann, R. Steffens, F. Vökler, K. Witt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten – Atlas of German Breeding Birds. Herausgegeben von der Stiftung Vogelmonitoring und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten. Münster
  • Kartenvorlage: Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
  • Glutz von Blotzheim, U (1988) Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 13/1. Bearb. von Urs N. Glutz von Blotzheim; Kurt M. Bauer. – Wiesbaden: Aula-Verl.