Der Ohrengeier (Torgos tracheliotos) zählt zu den am stärksten bedrohten Aasgeiern Afrikas. In weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, regional teils um mehr als die Hälfte.
Als Hauptursachen gelten primär Vergiftungen – sowohl gezielte Ausbringung von Giftködern (z. B. im Zusammenhang mit Wilderei oder Viehschutz) als auch unbeabsichtigte Aufnahme von Tierarzneien. Zusätzlich wirken sich der Verlust geeigneter, störungsarmer Brutplätze sowie Stromschlag und Kollisionen an Energieleitungen negativ auf die Bestände aus. Auch direkte Verfolgung und die Nutzung für traditionelle Medizin führen in manchen Regionen zu erheblichen Bestandsverlusten.
In Israel und große Bereiche Westafrikas, ist die Art inzwischen ausgestorben. Nur noch vereinzelt erreichen einzelne Vögel den Mittelmeerraum, wo Nachweise heute eine Ausnahme darstellen.
Größe: 115 cm; Spannweite 280 cm
Gewicht: 5400–9400 g; Mittel 6780 g
Verbreitung: Afrika südlich der Sahara von S Mauretanien bis Somalia, Äthiopien und Kenia, südwärts bis Namibia, N Südafrika und Swasiland; SE Ägypten und N Sudan; Arabische Halbinsel; in NW Afrika und S Israel ausgestorben
Nahrung: Aas; Haut- und Knochenfragmente großer und kleiner Kadaver; auch kleine Reptilien, Fische, Vögel und Säugetiere
Lebensraum: Steppe; Wüste; offene Savanne; aride Ebenen; Berghänge; Brut bis 2.800 m, gelegentlich bis 4.500 m; auch Waldränder und afroalpine Habitate
Zugverhalten: keine regelmäßigen Wanderungen; in Westafrika offenbar nordwärts während der Regenzeit, südwärts während der Trockenzeit; Altvögel Nahrungssuche bis über 200 km vom Nest; Jungvögel Dispersion mindestens 700 km
Brutzeit: Eiablage meist in der Trockenzeit; W Afrika Okt–Jan; NO Afrika und Mittlerer Osten Dez–Feb; O Afrika Feb–Jul; S Afrika Apr–Aug; Mosambik Ende Apr bis Mitte Aug
Nest: große Plattform aus Zweigen; mit trockenem Gras ausgekleidet; meist auf niedrigem, exponiertem Dornbaum,
Fortpflanzung: Gelege meist 1 Ei, 1 Brut pro Jahr; Brutdauer 54–56 Tage; Nestlingszeit 125–135 Tage; flügge nach 125–135 Tagen; Betreuung durch die Eltern noch bis 1 Jahr nach dem Ausfliegen
Höchstalter: unbekannt
Bestand: 6.500 Individuen weltweit, davon 500 im Mittleren Osten;
Status: stark gefährdet; Endangered (EN); Trend: abnehmend
Im Allgemeinen wenig ruffreudig und deutlich leiser als Arten der Gänsegeier. An Aasplätzen gelegentlich hohe, schnelle Lautäußerungen oder kurze Rufe untergeordneter Individuen. Am Nest zudem Zischlaute und gackernde Laute.
Sehr großer, kräftig gebauter Geier mit überwiegend dunkelbraunem bis schwärzlichem Gefieder; Oberseite einheitlich dunkel, Unterseite mit weißem Dunengrund und brauner Streifung, im Flug durch helle Partien an Unterflügeln und Beinen gekennzeichnet. Kopf und vorderer Hals unbefiedert, faltig und blassrosa, bei Erregung intensiver gefärbt. Auffällig großer, kräftiger Schnabel sowie blassbläuliche Beine.
Männchen und Weibchen äußerlich nicht zu unterscheiden.
Jungvögel insgesamt einfarbig braun, ohne helle Unterseitenbereiche. Dichter befiedert, mit dunklerem Schnabel und graubraunen Beinen, endgültige Ausfärbung erst nach mehreren Jahren.
Zitiervorschlag:
Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]
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