Der Blassfuß-Sturmtaucher (Ardenna carneipes) ist eine seltene Ausnahmeerscheinung im Nordatlantik, die gelegentlich vor den Küsten Portugals nachgewiesen worden ist. Bis in die deutsche Nordsee hat sich bislang noch kein Vogel verirrt.
Neuere Untersuchungen auf Lord Howe Island vor Australien zeigen, dass die Körperkondition flügger Blassfuß-Sturmtaucher in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen hat. Sowohl Körpermasse als auch Flügel-, Schnabel- und Kopfmaße der Jungvögel sind im Untersuchungszeitraum kontinuierlich zurückgegangen. Besonders stark betroffene Jungvögel, werden nach dem Ausfliegen wieder geschwächt an den Strand gespült. Inzwischen erreicht nur noch ein Teil der Jungvögel ein ausreichendes Abfluggewicht, das notwendig für eine erfolgreiche erste Wanderung ist. Gleichzeitig wurden auch kleinere Kopf- und Schnabellängen festgestellt, was ihre Fähigkeit zur Nahrungsaufnahme und zur effizienten Suche nach Beute beeinträchtigen könnte. Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt, stehen aber im Zusammenhang mit vielfältigen Umweltbelastungen die auf die Art einwirken.
Größe: 40–48 cm; Spannweite 99–116 cm
Gewicht: 533–765 g; ♂ größer als ♀
Verbreitung: Indischer Ozean und Pazifik; Brutvorkommen auf St Paul Island, in Südwestaustralien und Südaustralien, auf Lord Howe Island sowie auf Inseln vor der Nordinsel Neuseelands und in der Cookstraße;
Nahrung: vor allem Tintenfische und Fische; wirbellose Tiere, Fischreste;
Lebensraum: pelagisch; überwiegend küstenfern; Brut auf vegetationsbedeckten Hügeln oder grasigen, meerzugewandten Hängen
Zugverhalten: Zugvogel; Population von Lord Howe Island nach Norden bis vor Ostkorea, vor allem April–Juli, Rückkehr bis September; neuseeländische Vögel im Nordwestpazifik und im Ochotskischen Meer; westaustralische Brutvögel überwintern im Indischen Ozean, vor allem in der Arabischen See; vor Oman von April bis Mitte November
Brutzeit: Rückkehr zur Kolonie Ende September/Anfang Oktober; Eiablage Ende November bis Mitte Dezember; Ausfliegen Ende April/Anfang Mai; an Brutplätzen strikt nachtaktiv, Ankunft etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang
Nest: Erdhöhlen in Kolonien; Bruthöhlen 1–2 m lang;
Fortpflanzung: 1 weißes Ei; 1 Brut pro Jahr; Brutdauer etwa 50 Tage; Nestlingszeit ca. 90 Tage; flügge nach weiteren 90 Tagen;
Höchstalter: über 30 Jahre
Bestand: etwa 148.000 Brutpaare;
Status: Near Threatened (NT); nicht global akut bedroht, rückläufig
In Deutschland: noch nicht nachgewiesen, seltener Gast im Nordatlantik
Der Blassfuß-Sturmtaucher ist überwiegend nachtaktiv rufend und äußert sich sowohl in Bruthöhlen, am Boden als auch im Flug, seltener auch tagsüber, etwa als Reaktion auf Störungen.
Die Lautäußerungen beginnen mit einer einleitenden Folge von „gug-gug-gug“, gefolgt von einem dreisilbigen, klagenden Ruf „ku-kooo-ah“, der mehrfach wiederholt werden kann.
Zum Abschluss folgt ein abklingendes, sprudelndes Geräusch, wobei eine komplette Rufsequenz etwa 10 Sekunden dauert.
Großer, breitflügeliger, insgesamt dunkel gefärbter Sturmtaucher mit robustem, hellen Schnabel; Gefieder überwiegend schwarzbraun, oben dunkler, unten etwas grauer mit teils silbrig wirkenden Flügelbasen und leicht aufgehelltem, schwach geflecktem Bauch.
♂ und ♀ sind äußerlich gleich gefärbt, das ♂ jedoch im Durchschnitt größer; Jungvögel entsprechen den Altvögeln, zeigen aber zwischen April und Juli ein frischeres Gefieder.
Zitiervorschlag:
Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]
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