Phänologie des Weißschwanzkiebitz in Deutschland

Der Weißschwanzkiebitz (Vanellus leucurus) zählt zu den sehr seltenen Irrgästen. Für den Zeitraum 1977–2022 wurden insgesamt 15 Nachweise in Deutschland bestätigt. Hinzu kommt ein historischer Nachweis aus Sachsen (Mai 1976). Bei dieser geringen Datenlage sind statistische Aussagen nur bedingt belastbar.

Saisonales Auftreten: Alle 15 Nachweise fallen in den Zeitraum April bis August. Herbst- oder Winterbeobachtungen fehlen vollständig. Der Schwerpunkt liegt im Mai (6 Nachweise, 40 %) und Juni (5 Nachweise, 33 %). Damit entfallen 73 % aller Beobachtungen auf diese zwei Monate. Je ein Nachweis stammt aus dem April, aus dem Juli kommen zwei, einer aus dem August.

Das Muster entspricht dem klassischen Zugprolongation im Frühjahr: Vögel auf dem Nordostzug aus Afrika und der Arabischen Halbinsel in Richtung ihrer zentralasiatischen Brutgebiete driften gelegentlich nach Nordwesten ab.

Jährliches Auftreten: Lediglich dreimal wurden in einem Jahr mehrere Nachweise registriert: 2000 mit drei Beobachtungen (Mai/Juni), 2014 und 2022 mit je zwei. In allen übrigen Jahren gibt es höchstens einen Nachweis.

Geografische Verteilung: Niedersachsen und Hessen stellen mit je 5 bzw. 4 Nachweisen die meisten Beobachtungsorte. Brandenburg und Baden-Württemberg kommen auf je 2, Schleswig-Holstein und Bayern auf je 1 Nachweis.

Der Weißschwanzkiebitz gehört zu den seltenen Irrgästen Deutschlands. Er ist seit 1976 insgesamt 16 mal nachgewiesen worden. 

Saisonales Auftreten des Weißschwanzkiebitzes in Deutschland
Saisonales Auftreten
Jährliches Auftreten des Weißschwanzkiebitzes in Deutschland.
Jährliche Auftreten

Quellen und Links

Zitiervorschlag:

Trepte, A. (2026): [Seitentitel]. Abgerufen am [TT. Monat JJJJ], von [URL]

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