Ob Blue Tit im Englischen, Mésange bleue auf Französisch oder auch die wissenschaftliche Bezeichnung Cyanistes caeruleus, die blaue Gefiederfärbung wird im Namen zum Ausdruck gebracht. Die spanische Bezeichnung Herrerillo, was so viel bedeutet wie "kleiner Schmied" und die niederländische Bezeichnung „Pimpelmees“ weisen jedoch auf Verhaltensweisen der Vögel hin, die bei der Nahrungssuche zwischen den Ästen eines Baumes hin und her pendeln und nach Nahrung picken.
Die Blaumeise ist einer der bekanntesten und häufigsten Brutvögel in Deutschland. Als urbaner Kulturfolger nimmt sie gerne Nistkästen und ist in der kalten Jahreszeit ein Dauergast am Futterhäuschen,
Größe: 11–12 cm
Gewicht: 8-15g
Verbreitung: weite Teile Europas, von den Britischen Inseln bis zum Kaukasus und Teilen Nordafrikas sowie Westasiens
Nahrung: kleine Insekten und deren Larven, Spinnen, Früchte, Samen
Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Gärten, Parks, Streuobstwiesen
Zugverhalten: Teilzieher; nördliche Populationen ziehen, südlichere sind Standvögel
Brutzeit: April bis Juli
Höchstalter: 16 Jahre, 7 Monate
Nest: In Baumhöhlen oder Nistkästen; ausgepolstert mit Moos, Tierhaaren und Pflanzenmaterial
Fortpflanzung: Meist monogam; 1–2 Bruten pro Jahr; 6–16 Eier; Brutdauer 11–15 Tage; Nestlingszeit 18–21 Tage; Betreuung durch beide Elternteile
Bestand: 3,25–4,8 Millionen Brutpaare in Deutschland. 29,8–47,6 Millionen in Europa, 62,8–100 Millionen weltweit.
Status: LC – Least Concern
In Deutschland: Brutvogel; nicht gefährdet, zunehmend
Der Reviergesang der Blaumeise besteht meist aus 2–3-teiligen Strophen mit hohen, hellen Tönen, gefolgt von einer trillerartigen Lautreihe. Bei hoher Gesangsaktivität wiederholen Männchen einzelne Strophenformen mehrfach. Es gibt mehrphasige Repetierstrophen, alarmähnliche „Zeterstrophen“ sowie zahlreiche Varianten mit Auf- oder Abwärtsmodulation. Die höchste Gesangsaktivität liegt zwischen Januar und Juli, oft am Vormittag und in 5-minütigen Intervallen. Beide Geschlechter singen gelegentlich auch bei Erregung oder Begegnungen mit Feinden. Das Rufrepertoire ist weniger variabel als bei der Kohlmeise, umfasst jedoch viele Kontakt-, Lock- und Bettellaute wie „zi zi“, „zizizii räçç“, Alarmrufe wie „pit pit kerrr“ sowie Flugrufe („zih zih“) und einen unverwechselbaren Luftfeindalarm („ii i ii i...“).
Die Blaumeise ist in Deutschland flächendeckend verbreitet. Besonders hohe Siedlungsdichten zeigt sie in Ballungsräumen und Laub- oder Mischwaldgebieten. Regionen mit dichtem Siedlungsnetz wie das Rhein-Ruhr-Gebiet, das Rhein-Main-Gebiet sowie Städte wie Hamburg, Bremen oder Hannover weisen auffällig hohe Dichten auf. Auch in eher dünn besiedelten Gebieten wie der Alpenvorland, Schleswig-Holstein oder Brandenburg ist die Art verbreitet. Die höchste Siedlungsdichte zeigt sich in naturnahen Gebieten mit strukturreichem Wald, Hecken und Feldgehölzen.
Die Blaumeise bewohnt vielfältige Lebensräume wie Laub- und Mischwälder, Siedlungen, Gärten, Friedhöfe und Parks. Als Höhlenbrüter ist ein Mindestanteil an älteren Laubbäumen wichtig für die Brut. Auch in Nadelwäldern kann sie leben, wenn ausreichend Laubholz vorhanden ist. Sie ist in feuchten wie trockenen Lebensräumen anzutreffen, darunter Auenwälder, Obstgärten, Feldgehölze sowie urbanes Grün. In Gebirgsregionen kommt sie bis etwa 1400 m ü. NN vor.
Die Blaumeise ist ein Teilzieher, nur ein geringer Teil zieht, die meisten Vögel überwintern in der Nähe des Brutreviers. Der Frühjahrszug in Deutschland findet von Ende März bis Mitte April statt, während der Herbstzug ab Ende August beginnt und seinen Höhepunkt von Mitte September bis Mitte Oktober erreicht. Jungvögel ziehen häufiger und weiter als Altvögel. Die nördliche Population der Blaumeisen zieht in die Beneluxstaaten oder in den Norden Frankreichs, gelegentlich auch über den Ärmelkanal nach Großbritannien. Blaumeisen aus Süddeutschland überwintern vor allem in Südfrankreich und Norditalien. Hauptsächlich bayerische Blaumeisen überqueren dabei auch die Alpen. In Deutschland überwinternde Blaumeisen kommen vorwiegend aus dem Baltikum.
Der langfristige Bestandstrend der Blaumeise ist positiv. Besonders seit dem 20. Jahrhundert hat sich der Bestand stark erhöht, bedingt durch Laubwalderweiterung, Gartenstädte und Durchgrünung der Städte. Nach 1990 stabilisierte sich der Zuwachs, in Siedlungen und Wäldern gingen die Bestände lokal zurück. In halboffenen Kulturlandschaften blieb der Bestand jedoch stabil oder stieg leicht. Insgesamt wird der Bestand deutschlandweit als fluktuierend eingeschätzt, wobei Wintersterblichkeit und Bucheckenmast wesentliche Einflussfaktoren sind.
DDA (2024): Bestandsentwicklung, Verbreitung und jahreszeitliches Auftreten von Brut- und Rastvögeln in Deutschland.. DDA, abgerufen am 17.07.2025.
Kleine Meise mit blau-gelbem Gefieder. Blauer Scheitel und deutlich weißen Kopfseiten mit einem schwarzen Augenstreif. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum. Jungvögel sind ähnlich gefärbt, aber oft matter und können mit der Kohlmeise verwechselt werden.
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