Die Singvogelfamilie der Beutelmeisen (Remizidae) fasst 11 Arten in drei Gattungen zusammen. Es sind Vögel, die eng mit den Meisen verwandt sind. Die meisten zeichnen sich durch ein aufwendig, aus Pflanzenmaterial geflochtenes Nest aus. Bei manchen, wie bei der afrikanischen
Kapbeutelmeise, besteht es nicht nur aus der Brutkammer. Der auffällige Eingang zum Nest führt in eine nicht genutzte Kammer. Er soll offensichtlich Prädatoren in die
Irre führen. Verborgen ist der Eingang, der in die Nestkammer führt.
Die Beutelmeisen bewohnen vorwiegend offene Landschaften wie Buschland, Auwälder, Sümpfe oder lichte Wälder. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Insekten und
anderen Gliedertieren, ergänzt durch Früchte, Samen und Nektar, wenn tierische Nahrung knapp ist. Bei der Nahrungssuche zeigen sie ein meisenähnliches Verhalten und hängen
häufig kopfüber an feinen Zweigen. Auffällig ist ihr sehr feines, spitzes Schnabelwerkzeug, mit dem sie geschickt auch versteckte Beute erreichen können. Beim Nestbau
sind in der Regel beide Eltern beteiligt, wobei das Männchen oft den Bau vor der Balz beginnt. Auch die Brutpflege teilen sich beide Geschlechter.
Die Nesthocker werden nach dem Schlüpfen noch zwei bis drei Wochen von den Eltern oder weiteren Helfern gefüttert.
Aus artenschutzfachlicher Sicht gelten alle Beutelmeisen als ungefährdet und ihre Bestände als stabil. In Deutschland ist die Beutelmeise allerdings stark gefährdet. Sie wird in der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland in der Kategorie 1 – vom Aussterben bedroht, geführt.
Die Gattung Remiz beschreibt vier Beutelmeisenarten, die alle in Eurasien vorkommen. Die Europäische Beutelmeise, die Kronenbeutelmeise und die Chinabeutelmeise sind sich sehr ähnlich in der Gefiederfärbung. Sie wechseln sich in Eurasien von Südwesteuropa bis Ostsibirien in ihrer Verbreitung ab. In Zentralasien ist die Schwarzkopf-Beutelmeise ein lokal sehr häufiger Brutvogel. Alle vier bauen ein länglich-kugelförmiges Nest mit einem seitlich nach unten gerichteten Eingang.
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